Der Hof und alles drum rum

Hier erfahrt ihr eine ganze Menge über den Hof, seine Geschichte, die Gegenwart und vielleicht auch die Zukunft. Viel Spaß.

Das Voß’sche Haus, wie unser Haus Anna Elbe im Dorf genannt wird, ist ein in Altengamme in den Vier- und Marschlanden befindliches, komplett außen und innen denkmalgeschütztes Hufnerhaus mit Reetdach von 1715 direkt am Altengammer Hauptdeich an dem neu geschaffenen Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft. Es ist ein sogenanntes Halbkreuzhaus mit zum Deich hin abknickenden Ziergiebel und Deichbrücke – und ist in dieser Bauart das einzig verbliebene in den Vier- und Marschlanden. Dadurch ist es besonders erhaltenswert. Das Fachwerk ist fast komplett erhalten, auch der Innenraum ist nicht von größeren Umbaumaßnahmen in seiner Form verändert.

Im Osten grenzt das Grundstück direkt an die Borghorster Elbwiesen an der Elbe, im Westen liegen Pferdekoppeln und Felder. Das Haus steht mit der Traufseite zum Deich neben einem kleinen Wald, den der früherere Hausbesitzer Franz Voß seiner Zeit auf dem Grundstück angepflanzt hat.

Das Haus war, ähnlich wie das Rieck Haus (Freilichtmuseum in Curslack), in seiner ursprünglichen Bauweise ein Rauchhaus ohne Schornstein mit offener Feuerstelle im zur Arbeitsdiele nicht mit einer Mauer abgetrennten Flett. So wurde die meiste Zeit seiner Lebensdauer das Haus klassisch genutzt – die Bauernfamilie lebte im vorderen Teil des Hauses (Groot Döns, Lütt Döns, Flett) wogegen im Wirtschaftsteil die Tiere lebten, Korn gedroschen und auf dem Dachboden gelagert wurde. Die Groot Döns des Wohnteils besitzt noch die alten Vertäfelungen mit Alkoven-Schiebetüren; im Flett ist die alte Holztreppe zum Obergeschoss mit Tür zum Kriechkeller der Blickfang.

Noch heute erzählen sich die Menschen des Ortes, dass es immer ein ganz besonderes Erlebnis war, wenn die Pferde mit dem Wagen in die Diele fuhren, damit die Hausbewohner und Bedienstete das Heu auf den Dachboden schaffen konnten. Dann mussten die Pferde immer durch das Flett und die kleine Tür am Deich gehen, um aus dem Haus zu kommen, da der Heuwagen die „groot Dör“ in der Diele versperrte.

haus-anna-elbe-ak2-201602

In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts wurden im Wirtschaftsteil Wände in den Abseiten für kleine Räume gezogen und Fenster im Mauerwerk eingearbeitet, da die Bauern die Ausrichtung des Hauses von der klassischen Landwirtschaft hin zum Kartoffelanbau, Bäckerhandwerk in Zusammenarbeit mit der Altengammer Mühle und anderen kleineren Unternehmungen wandelten. Eine kleine Schankwirtschaft und ein Krämerladen wurde über einige Jahrzehnte außerdem betrieben – hiervon berichten uns noch heute freudig die Menschen vor Ort – und geben damit einen sehr vielfältigen Einblick in das alte Leben der Menschen. Im 2. Obergeschoss wurde eine separate Rauchkammer errichtet.

Eine alte Hauslinde, Obstbäume und der kleine Wald auf dem Grundstück geben Zeugnis von dem einst lebendigem Leben an diesem Bauernhaus.

haus-anna-elbe-ak-201602

Die alten Bilder haben wir übrigens im Haus gefunden.

Das Haus in Büchern, auf Bildern

Hier sind noch ein paar Artikel unseres Hauses in verschiedenen Geschichtsbüchern über die Vier- und Marschlande und Altengamme, Denkmalschutz und so weiter.

Alte Fotografien im Haus

Hier sind ein paar Bilder vom Haus, die wir von Glasplattenfotografien, die wir im Haus gefunden haben, digitalisiert haben. Und ein paar weitere.

Neuere Geschichte

Hier gibt es die neuere Entwicklung des Hauses: Presse »

Ein Ort, der offen steht für Kreativität, Kultur, Vereine, als Dorf-Treffpunkt, Geschichts-Archiv / Museum, Info-Point für z.B. Umwelt-Themen, Co-Working-Space, Rückzugsort, generationsübergreifend und integrativ. Dafür haben wir einen gemeinnützigen Freundeskreis gegründet und eine kleine Scheune neben unserem Bauernhaus gebaut.

Wie es so ist

Über die Zeit sind die Hamburger Landfrauen, die jungen Landfrauen, die Freiwillige Feuerwehr u.v.m. bei uns und lassen hier ihren Ideen freien Lauf. Über viele Jahre gab es Plattdeutsch-Abende, die die Plattdeutsche Sprache am Leben halten sollen.

Gäste, die mal vorbeischauen, Gäste unseres WG Cafés und auch unsere Gäste aus den Unterkünften durchstöbern immer wieder unsere Scheune mit dem kleinen Vier- und Marschländer Museum und freuen sich an den alten Gerätschaften, Werkzeugen, Haushaltsgegenständen und auch Büchern. Wer genug von den Vier- und Marschlanden hat, kann auch die zahlreiche Spiele wie Kicker, Wikinger-Schach u.v.m. nutzen.

Ansonsten

Die Region und das jetzige Bauernhaus stehen seit jeher im engen Zusammenhang – hier gab es früher einen “Tante-Emma-Laden”, eine kleine Schankwirtschaft und eine kleine Fahrradwerkstatt. Wir möchten diese Themen wieder ausbauen und viele in Vergessenheit geratene Traditionen und Zusammenhänge wieder aufleben lassen. Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, die Region als unsere Heimat und deren Geschichte und Kultur am Leben zu erhalten und einander nahe zu bringen.

Hier ist ein Begegnungsort für Jung und Alt, Anwohner oder Gäste, ob geplant oder spontan. Immer offen. Ihr könnt einfach vorbeischauen. Auch ohne Grund. Zum Runterkommen, kurz die Zeit anhalten, ausspannen oder Ruhe finden. Nachbarn und Gäste sollen einen Raum für Vereinstreffen, Kreativität, als Co-Working-Space, Dorf-Treffpunkt, Museum, Rückzugsort, für Lesungen, Kulturveranstaltungen usw. bekommen. Er ist offen für die verschiedensten Ideen.

Hier ein kleines Video von Ingo Blumenberg, vielen Dank dafür:

Gemeinnützigkeit
Die Schaffung vom Freundeskreis Anna Elbe enthält für uns durchweg gemeinnützige Zwecke. Wir möchten damit die ländliche, regionale und dörfliche Gemeinschaft // stärken // Heimatpflege fördern, Volksbräuche, Dorfgeschichte und Sitten erhalten // ein Archiv / Museum für die Vier- und Marschlande einrichten // ländliche / dörfliche Einrichtungen unterstützen, das Orts- und Landschaftsbild mitgestalten // regionale Kunst und Kultur fördern // Veranstaltungen, insbesondere zu Naturschutz, Geschichte und Kultur fördern.

Wenn ihr dabei sein und uns unterstützen möchtet oder erst einmal nur Fragen habt, dann meldet euch gerne:

Freundeskreis Anna Elbe

Stefan und Tati Timmann
Altengammer Hauptdeich 82 | 21039 Hamburg
freundeskreis@haus-anna-elbe.de
Tel.: 0176 / 48 33 29 16

Wer direkt etwas spenden möchte, kann das hier tun. Vielen Dank! Spendenbescheinigung gibt es gleich dazu 🙂



Förderer vom Freundeskreis Anna Elbe

Wir danken unseren Förderern und freuen uns, mit eurer Hilfe etwas bewegen zu können!

Wilhelm und Gisela Timmann.

Harald & Carmen Scheer /
Der Vierländer – Gebäudeenergieberatung

Thorsten & Familie /
Knoop Bauunternehmung

Jürgen und Tina Lange

Familie Blumenberg

Nina Grützmacher

Heike Eichler

Jürgen Karau

Lars Kräwinkel

Katharina Gößling

Heinz-Werner und Anke Hars

Lars Rieck: das alte Spinnrad

Michaela Fischer: die alten Schreibmaschinen

Ansgar Wiedemann: der alte Pflug

Jens-Peter Holm: Vierländer Christstollen

Nico Verhagen und Angelika Scholz: Landwirtschaftliche Geräte

Familie Schüttenberg (Opa & Oma, wir haben euch lieb): der über 60 Jahre alte Kinderwagen u.v.m.

Alle sagen immer, ihr erlebt so viel und so weiter, schreibt doch mal ein Buch. Okay, dann schreiben wir ein Buch. Hier bekommt ihr Infos und das Buch selbst: Lesen »

Die Vier- und Marschlande

“Heimat wird immer weniger. Immer dünner. Immer unleserlicher. Du musst immer weiterfahren, um noch etwas wirklich Intaktes zu finden. Etwas, das dich anspricht, das etwas zu erzählen hat, das dir die Augen öffnet. Der Schrott des Banalen breitet sich aus zu endlosen Durststrecken in unserem Land. Und dann nach Stunden Fahrt, dieses Haus, eigentlich möchte man es nicht wahr haben, aber Grassemann, Haus Nummer 3, am Südhang des Ochsenkopfs ist nun wirklich das letzte, das einzig verbliebene alte Bauernhaus im hohen Fichtelgebirge. Eine der schönsten und berühmtesten Bayerischen Landschaften, und nur noch ein einziges Haus berichtet von den Lebensumständen, vom Wohnen, von der Baukultur, vom täglichen arbeiten der Menschen, die hier oben im Hochwald auf einer kleinen Rodungsinsel Jahrhunderte lang ein sehr karges Brot verdienten. Eine Geschichte der kleinen Leute. Aber genau die zerrinnt uns in den letzten Jahrzehnten unter den Fingern.“

Dieter Wieland: Kein Mensch mehr nach ihm wird je besser ausdrücken können, was das heißt: Heimat. Die Vier- und Marschlande sind eine einzigartige Kulturlandschaft in Hamburg. Es gilt, sie zu bewahren. Das ist unsere Motivation.

Die Gemeinschaft Vier- und Marschlande (GVM), die Vierländer Speeldeel und viele andere wollen die Region auch erhalten. Gut so!

Auf dieser Seite von uns gibt es auch noch einiges aus den Vier- und Marschlanden zu entdecken: 4lande.de »

Hier sind noch ein paar großartige Filme von Dieter Wieland:

#neinzuoberbillwerder – wir wollen nicht, dass der neue Stadtteil Oberbillwerder auf die “grüne Wiese” in Billwerder gebaut wird. Es muss gebaut werden, ja. Wir brauchen Wohnungen, denn Menschen brauchen eine bezahlbare Heimat. Aber speziell in Hamburg die “grüne Wiese” mit einem gigantischen Stadtteil zu bebauen, halten wir für den falschen Weg. Es gibt so viele Industriebrachflächen, so viele ungenutzte Büroflächen und weitere schon versiegelte Flächen in Hamburg, die man erst nutzen sollte, bevor man Natur zerstört.

Deswegen unterstützen wir die Stiftung Billwerder und gehen auch mal demonstrieren 😉